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Effizienz

Donnerstag, 5. Januar 2012 | Autor:

Laut Definition von David Belle ist Parkour die Kunst der effizienten Hindernisüberwindung. Doch was bedeutet das eigentlich: „Effizienz“? Allgemein gesprochen ist Effizienz ein Maß für das Verhältnis von Aufwand und Nutzen einer bestimmten Tätigkeit. Wenn man also möglichst effizient vorgeht, möchte man mit dem geringsten Aufwand den größtmöglichen Nutzen erzielen.

Im Parkour ist Effizienz jedoch weitaus subjektiver geprägt. Natürlich geht es darum, seine Bewegungen den jeweiligen Bedingungen anzupassen. Diese variieren jedoch von Situation zu Situation. Geht man von der klassischen Fluchtsituation aus, kommt es nur darauf an, möglichst sicher, schnell und verletzungsfrei die Hindernisse zu überwinden. Die angewendeten Techniken sollten daher wenig Risiken beinhalten, möglichst wenig Kraftaufwand benötigen und schnell sein. Welche Techniken das sind, ist jedoch jedem selbst überlassen. Jeder hat andere Vorlieben, trainiert eine Technik häufiger, beherrscht sie daher auch besser und kann sie in der jeweiligen Situation sicherer einsetzen. Wenn sich jedoch die Situation ändert und man zum Beispiel die Aufgabe hat, möglichst noch rechtzeitig zu einem Bewerbungsgespräch zu kommen, ändern sich auch die Vorgaben für effiziente Bewegungen. Bei einem Bewerbungsgespräch will man natürlich möglichst schnell und unverletzt ankommen, jedoch sollte man auch mit sauberen, ordentlichen Sachen und möglichst nicht verschwitzt ankommen. Einige Techniken, wie die Rolle, wären in so einer Situation also eher unpassend. Für effiziente Bewegungen gibt es also kein allgemeingültiges Schema, sondern was “effizient” ist, hängt von der Person und der Situation ab. Schließlich geht es beim Parkour auch darum, seinen eigenen Weg zu gehen und der ist nun mal für jeden anders.

Beim Training darf es jedoch zu vielen uneffizienten Bewegungen kommen. Denn auch Variationen von Bewegungen führen zu Fortschritt. Außerdem ist Kreativität wichtig, um seinen eigenen Weg zu finden. Und nur wenn man auch die Wahl zwischen unterschiedlichen Bewegungen hat, kann man sich für die effizienteste entscheiden. Hinzu kommt, dass in den meisten Fällen “Effizienz” bedeuten würde, dass man weite Strecken joggend zurücklegt; schließlich sind nicht überall Hindernisse auf dem Weg. Doch es geht ja gerade darum, auch die Bewegungen an den Hindernissen zu trainieren. Beim Training rückt der Effizienz-Gedanke somit teilweise zugunsten von Variation und Kreativität in den Hintergrund, um möglichst eine große Bandbreite an Bewegungen zu entwickeln.

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