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Die Entstehung von Parkour

Donnerstag, 5. Januar 2012 | Autor:

Historische Ursprünge

“Le Parkour has always existed, free running has always been there, the thing is that no one gave it a name, we didn’t put it in the box. It is an ancient art […] The Neanderthals, to hunt, or to chase, or to move around, they had to practice the free run.” – Sébastien Foucan

dt.: “Parkour hat schon immer existiert,Freeruning war schon immer da, jedoch die Sache ist, dass niemand ihm einen Namen gab, wir steckten es in keine Kategorien. Es ist eine Uralte Kunst. […] Die Neanderthaler mussten die freie Bewegung trainieren, zur Jagd, Verfolgung oder um sich grundsätzlich fortzubewegen.”

In Filmen haben Stuntmen schon seit den 1920er Jahren Parkourelemente gezeigt. Insbesondere Jackie Chan verwendete in seinen Stunts auch sehr viele Parkour-ähnliche Bewegungen seit Ende der 70er Jahre, die einem großen Publikum zugänglich waren.

In den Kampfkünsten, vor allem im Ninjitsu und Qing Gong, gibt es ebenfalls viele Bewegungen die denen des Parkour sehr ähnlich sind. In der Dokumentation Jump London gibt Foucan zu, dass als sie in den Anfangstagen auf ihrem Schuldach rumgeklettert sind und sie sich vorstellten, Ninjas zu sein.

Ende des 19. und zu Beginn des 20 Jh. hat Georges Hebert die Methode Naturelle geprägt, die Bewegung in der Natur, welche die ersten Traceure durchaus geprägt hat. Das Motto “être fort pour être utile” (Sei stark um nützlich zu sein) ist unter Traceuren weit bekannt, auch wenn es oft nicht die primäre Motivation darstellt.

Entstehungsjahre

Die Entstehung von Parkour bildet einen längeren Prozess, so dass man kaum ein bestimmtes Datum/Jahr als Entstehungszeitpunkt festmachen kann. Für viele gilt David Belle als Begründer des Parkour. Er soll es von seinem Vater Raymond Belle erlernt haben, welcher im französischen Indochina (heutiges Vietnam) geboren wurde. Aufgrund der militärischen Konflikte dort genoss Raymond Belle eine entsprechende Ausbildung und erlernte in dieser Zeit eine auf dem Fluchtgedanken basierende Fortbewegungsmethode im Dschungel. Später kehrte er nach Frankreich zurück, wo er das Wissen dann an seinen Sohn weitergab. Der Umzug der Familie nach Lisse (Vorort von Paris) erlaubt David Belle das erlernte auf die städtische Umgebung anzuwenden. Jedoch ist diese Geschichte nicht wirklich eindeutig belegt. Eine andere Möglichkeit wäre die Entstehung von Parkour direkt in Lisse, wo soziale Probleme Jugendliche zur Untätigkeit zwangen. Egal wie die Geschichte begann, man kann jedoch auf jeden Fall die Gründung der Gruppe “Yamakasi” 1997 als Beginn betrachten.

Weitere Entwicklung

In den folgenden Jahren wurde Parkour vor allem über kürzere Medienbeiträge bekannt. Der gleichnamige Film “Yamakasi” (2001) machten den Sport auch in Deutschland langsam bekannter. Vor allem in Europa sorgten Beiträge im Fernsehen, wie “Jump London”, für mehr Anhänger der neuen Sportart.

Mit der Zeit tauchten erste Videos im Internet auf, die nach und nach der Hauptverbreitungsweg von Parkour wurden. Auf Grund dieser Entwicklung bildet das Internet auch heute noch eine wichtige Kommunikations- und Informationsquelle der Parkour-Community. Weltweit gibt es inzwischen dadurch in fast allen Ländern Parkourtrainierende (z. B.: Brasilien, Iran, China, Japan, …).

Die letzten Jahre entwickelten sich nationale Parkourvereinigungen, welche sich vermehrt für eine werteorientierte Verbreitung von Parkour starkmachen. Für Deutschland und die Schweiz hat sich ParkourOne herausgebildet.

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