Home

Kinder und Parkour

Dienstag, 31. Mai 2011 | Autor:

Das große Problem ist, dass Parkour eine noch sehr junge Sportart ist und damit noch nicht wirklich untersucht wurde, was für Langzeitwirkungen es gibt usw. Viele der Techniken sind zwar inzwischen recht ausgereift und helfen auch Risiken zu minimieren, jedoch beruhen sie im Prinzip auch nur auf Erfahrungwerten von Leuten, die eben schon seit etwa so 10 Jahren trainieren. Gerade durch die vielen Sprünge wir sehr viel Belastung auf die Beine, Kniegelenke, Sprunggelenke gelegt.
Selbst wir wissen im Prinzip nicht, ob wir uns nicht irgendwo doch schaden. Wir können nur mit möglichst sinnvollem und breit gefächertem Krafttraining versuchen unseren Körper so gut es geht vorzubereiten, uns sozusagen eine Art „Schutzpanzer“ zuzulegen.

Gerade das ist auch ein Punkt, der bei jüngeren Kindern schwierig ist. Natürlich kann man auch mit jüngeren Kindern Krafttraining machen, aber solange der Körper noch nicht ausgewachsen ist sollte nach meiner Erfahrung der Körper auch alle Energie darauf verwenden zu wachsen und nicht noch nebenbei möglichst viel Muskelmasse aufzubauen. Krafttraining mit Kindern sollte wenn dann nur mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden und eher als Unterstützung für die Entwicklung der Stützmuskulatur gesehen werden. Maximalkrafttraining sollte man aus diesem Grund der der Wachstumsphase garnicht einbinden, da eben die ganze Stützmuskulatur (Bauch, Rücken, Beine) noch nicht voll entwickelt ist und Schaden nehmen könnte. Das Problem mit Parkour ist aber, dass bei Sprüngen das mehrfache des Körpergewichts bei der Landung wirkt, somit eindeutig im Maximalkraftbereich trainiert wird. Schon beim Joggen wirkt das 2-3fache des Körpergewichts und dabei springt man nicht wirklich ab.

Eine Möglichkeit, um Kindern doch noch einen Teil von Parkour näher zu bringen sehe ich aber darin spielerische Aufgaben zu geben. Ein großer Teil der Trainings sollte auch daraus bestehen sich selbst vor neue Aufgaben zu stellen. Solche Aufgaben könnten sein irgendwo entlang zu klettern (Wie komme ich da hin, ohne den Boden zu berühren?) irgendwo zu balancieren (eine bestimme Strecke, oder auf Zeit auf einem Geländer bleiben) oder irgendwo hin zu klettern. Eben das ganze eher spielerisch anzugehen und ihn vor Aufgaben zu stellen, oder sich selbst Aufgaben suchen zu lassen. Neben dem körperlichen Aspekt geht es beim Parkour ja hauptsächlich auch darum an sich selbst zu arbeiten, sich einschätzen zu können und Selbstvertrauen aufzubauen. Wenn man daher eine Aufgabe bekommt und diese meistert geht man natürlich mit gestärktem Selbstwertgefühl daraus hervor und man merkt, dass man wirklich etwas schaffen kann, wenn man sich anstrengt und nicht aufgibt.

Geht bei schönem Wetter einfach mal raus in den nächsten Park oder auf den nächsten Spielplatz und sucht euch Aufgaben. Wie komme ich möglichst schnell durch den Spielplatz? Kann ich von der einen Seite zur anderen nur an der Außenseite Klettern? Komme ich auf diesen Baum hoch? Wie schnell komme ich auf allen vieren durch den Spielplatz?
Es kommt darauf an seine Umwelt neu zu betrachten und zu schauen: Was kann ich machen? Was schaffe ich oder was würde ich gern schaffen und wie komme ich da hin, dass ich es dann schaffe?

Tags »

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Allgemein, Krafttraining

Diesen Beitrag kommentieren.

Ein Kommentar

  1. 1
    stabil 

    Sehr schöner Beitrag. Hatte ich ja schon gesagt. Der sollte auch noch unbedingt auf den USB, wenn unser Fenster dran ist (oder vll. schon vorher?).

Kommentar abgeben